Sessionsorden 2019

50 Jahre Faschingskomitee Allersberg


Laut Überlieferung geht das Faschingsbrauchtum in Allersberg über Jahrhunderte zurück. Dabei gab

es natürlich Höhen und Tiefen und Unterbrechungen. Es gab Allersberger Masken und auch Umzüge,

die vor allem Einzelpersonen durchführten.

Für Magda Geiershoefer, die im Gilardihaus wohnte und das unkontrollierte Faschingstreiben in den

60er Jahren am Marktplatz stets beobachtete, war es als Vorstandsmitglied des

Verschönerungsvereins Grund genug, den damaligen Chefs des Vereins, Josef Schmidt und Willy

Bittner vorzuschlagen, hier etwas zu unternehmen und neu zu regeln. Gesagt, getan. Beide erfuhren

durch die Marktgemeinde mit Bürgermeister Josef Schön, seinem Stellvertreter Josef Lehner und

Oberamtsrat Franz Hirscheider Unterstützung und so wurde gemeinsam 1969 der erste Umzug

organisiert.

Dies war dann auch die Geburtsstude des Allersberger Faschingskomitees, das sich damals

noch Festkomitee nannte und in der genannten Formation bis 1971 weiter agierte. 1972 wurde das

Komitee erweitert durch Marktbaumeister Hans Auerochs, Rudi Müller vom Tennisclub, Günter Richter

vom Sportverein Eintracht, Walter Ring vom TSV und Helmut Urban von den Sportkeglern. Als

Obernarr kristallisierte sich schon damals Willy Bittner heraus, und er schwang dann auch 40 Jahre

das Zepter.

Zunächst waren noch Freystadt und Heideck die Faschingshochburgen und auch in Schwand fand ein

Umzug am Faschingssonntag statt. Doch als die Umzüge in Allersberg immer größer wurden, verlegte

Schwand seinen Umzug auf den Vorsonntag, während Freystadt und Heideck ganz verschwanden.

Nach der anfangs engen Zusammenarbeit mit dem Markt und dem Verschönerungsverein stellte sich

das Faschingskomitee 1974 auf eigene Füße und trat künftig, weiterhin in engem Kontakt zu

Gemeinde und Verein, mit Narrenkappe und in einheitlich roten Jacken in Erscheinung. Schnell

entwickelte sich eine starke Truppe, deren Vorsitz Willy Bittner oblag. Erfolgreich war Präsident Bittner

mit seinem Team, Vize Rudi Müller, Schriftführer Franz Hirscheider, Kassier Josef Schraufstetter und

den weiteren Mitgliedern Hans Auerochs, Josef Brandl, Richard Fürst, Hans Leitner, Karl Lukas,

Herbert Maier, Helmut Urban, Günter Richter, Walter Ring, Herbert Rehm und Robert Rötz im Einsatz.

Als einzige Frau im Komitee kam 1975 Elsa Leitner dazu. Jutta Rehm fungierte ab 1976 als Page

und neu zum Komitee stießen 1978 Reinhold Mücke, Peter Obermayer, Rudi Rückert und Hermann

Winkler.

Es ging steil bergauf mit dem Fasching in Allersberg. Der Name Allersberg wurde ins Frankenland u

nd darüber hinaus getragen, viele Verbindungen geschaffen und so hieß es schon bald: der

Allersberger Faschingszug ist mit der größte im Frankenland. Auch die Nürnberger

Faschingsgesellschaften beteiligten sich daran.

Auch Prunksitzungen wurden ab dem Jahr 1969 abgehalten, damals noch im alten Kolpinghaus.

Als 1976, nachdem das neue Kolpinghaus noch nicht fertig war, kein Raum zur Verfügung stand, stellte

man kurzerhand ein Zelt auf und feierte am Rathausplatz. Faschingszug und Prunksitzung am

Faschingssonntag sind so die Highlights geworden.

Die Allersberger Flecklashexen, unterstützt durch Maskenschnitzer Georg Braun etablierten sich

ebenfalls in den 70er Jahren. Als erster Hexenmeister fungierte Dieter Hirscheider. Inzwischen haben

sie in ihren Flickenkostümen und wilden Holzmasken Weltruhm erlangt, durch ihre alljährlichen Auftritte

bei der Fernsehsitzung aus Veitshöchheim. Den großen Vorbildern eifert seit vielen Jahren der

Nachwuchs, die Allersberger Minihexen nach, hieß es in der Chronik von zum 44-jährigen Bestehen im

Jahre 2013. Mit einem Festakt wurde die närrische Zahl 44 gefeiert.

Heuer steht das 50-Jährige im Mittelpunkt und diesem Jubiläum wird auch der besonders

gestaltete Sessionsorden gewidmet.

Die Entwicklung des Vereins verlief überaus positiv. Erfolgreich verlief der Generationswechsel nach

der Ära des heutigen Ehrenpräsidenten Willy Bittner und dessen Nachfolger, Ehrenvorsitzenden

Norbert Saurborn und Sitzungspräsidentin Sabine Stubenhofer (verh. Regler und Ehrenmitglied). Zehn

Jahre besteht inzwischen der eingetragene Verein „Faschingskomitee Allersberg“, mit Vorsitzenden

Bastian Schöll und Stellvertreter Alexander Böck. Als Sitzungspräsidenten fungieren Alexander Böck

und sein Stellvertreter Marco Buchner.

Im 50. Jahr seines Bestehens zählt der Verein Faschingskomitee Allersberg über 270 Mitglieder.

Mit rund 100 Aktiven darunter verfügt er über so viele Akteure wie noch nie. Der Zuspruch

sowohl bei den Original Flecklashexen und Minihexen wie beim Komitee ist groß. Viele

begeistert das positive Wirken des Vereins zum Mitmachen.

18 junge Männer gehören derzeit zur Gruppe der Original Allersberger Flecklashexen. Als

Hexenmeister fungiert nach Andreas Grzyb und Jessica Heim, die auch Trainerin war, jetzt

Samuel Schirmer. Das Traineramt nach dem langjährigen erfolgreichen Wirken von Jessica

Heim haben im vorigen Jahr Stefanie Holetzky und Sarah Heinrich übernommen. Bei den

Minihexen sind ebenfalls 18 Mädchen und Buben aktiv. Trainiert wird die Nachwuchstruppe von

Sabrina Kratzer-Wittigschlager und David Kratzer. Als Pagen fungieren im 50. Jubiläumsjahr Romina

Michaela Lehner und Julia Stolk.

Der erste Sessionsorden wurde im Fasching 1976 kreiert und auch die erste Narrenzeitung wurde

herausgegeben, die seitdem Jahr für Jahr neu aufgelegt wird und bei deren Gestaltung viele mithelfen.

Enger Kontakt der auch heute noch besteht, wurde mit dem Rother Carneval Verein geknüpft. Viele

weitere Kontakte zu Faschingsgesellschaften, auch über die Landkreisgrenzen hinaus, etwa bis nach

Stützerbach in Ostdeutschland, entstanden in den 50 Jahren seit Bestehen des Faschingskomitees.

Durch gegenseitige Besuche werden sie gepflegt und immer wieder erneuert und ausgebaut.

Unzählige Till- und Ehrenmützenträger und mehrere Becherträger, darunter bekannte Promis, gehören

zum Kreis der Allersberger Narren. Viele feiern alljährlich das närrische Gaudium in der „Guten Stube

der fränkischen Fastnacht“ mit und werden sich auch die Feiern zum närrischen 50- jährige Bestehen

nicht entgehen lassen.


Text: Josef Sturm

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